01.07.2008 / Feuilleton / Seite 12

Betreten verboten

Das wilde süße Leben und die Mauer. Zur Erinnerung an den 1. Juli 1988, als in Berlin das »Kubat-Dreieck« gestürmt und verlassen wurde

Dr. Seltsam
Fast drei Jahrzehnte lang konnte die Polizei Berlin-Kreuzberg umstandslos abriegeln. Der östlichste Stadtbezirk des »freien« Westens war von der Mauer wie von einem Boxerhandschuh fest umschlossen in die große Grenzbeuge derart eingefügt, daß zu Zeiten politischer Aufregung, etwa beim Berlin-Besuch des geisteskranken US-Präsidenten Reagan, ein Dutzend Polizeiwannen reichten, um den verdächtigen SO-36-Pöbel entlang des Landwehrkanals einen ganzen Tag lang einzusperren.

Aber wer da ein- und wer ausgesperrt war, ist nicht immer klar gewesen. Ich erinnere mich mit Freude an eine Aktion des BUM (Büro für ungewöhnliche Maßnahmen) mit dem humorvollen Event-Erfinder Kurt Jotter. Die Kottbusser Brücke wurde mit Mauerattrappen abgesperrt, Pässe gestempelt bei Aus- und Einreise, und mehr oder weniger ernsthaft die Ausrufung der Kommune Kreuzberg erwogen -- eine auch heute noch verlockende Idee!

Wenig Schrecken

Jedenfalls hatte die Grenze für Kreuzberger wenig Schre...

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