10.04.2008 / Thema / Seite 10

Den Widerspruch des Sozialismus beherrschen

In der Volksrepublik China hat sich eine solide, aber machtlose Bourgeoisie entwickelt. Die kommunistische Führung besitzt dagegen die politische Macht, kann aber nicht ohne das Kapital die Ökonomie des Landes vorwärtstreiben

Domenico Losurdo
In China hatte die kommunistische Partei in den vierziger Jahren auf der Woge eines nationalen Befreiungskampfs von riesigem Ausmaß die Macht erobert. Die Projekte einer tiefgreifenden gesellschaftlichen Umgestaltung sind daher eng verflochten mit der Aufgabe, der chinesischen Nation ihre Würde zurückzugeben; einer Nation, die eine Jahrtausende alte Zivilisation repräsentiert, die aber seit dem Opiumkrieg1 in halbkoloniale (und halbfeudale) Verhältnisse gezwungen worden war. Wie das riesige asiatische Land gleichzeitig in die Moderne und zum Sozialismus führen und dabei seine vom Imperialismus erzwungene Zerstückelung und nationale Erniedrigung überwinden? Und wie dies fertigbringen unter den schwierigen Bedingungen des Kalten Krieges und des wirtschaftlichen, zumindest aber technologischen Embargos, das von den entwickelten kapitalistischen Ländern verhängt wurde? Mao Tsetung (1893–1976) hatte geglaubt, diese Probleme ließen sich durch eine unaufhörliche...

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