22.12.2007 / Schwerpunkt / Seite 3

Draußen vor der Tür

Der tägliche Kampf um Essen und Schlafplatz – in Berlin leben 3000 Kinder und Jugendliche auf der Straße

Frank Brunner
Fröstelnd sitzt der junge Punk auf dem Pflaster vor der Eisentür. Reden möchte er nicht, und deshalb bleibt die Frage nach seinem Namen unbeantwortet. Die Kapuze tief ins Gesicht gezogen, starrt er ins Leere und bläst den Rauch einer Zigarette in die kalte Winterluft. Neben ihm, das Gesicht zwischen den Armen versteckt, schläft zusammengerollt seine Freundin. Es ist 14.00 Uhr an diesem Dezembertag, und in einer kleinen Seitenstraße am Berliner Zoo warten die beiden auf die Essensausgabe der Bahnhofsmission.

Die Frauen und Männer der kirchlichen Sozialeinrichtung stapeln derweil Brote, füllen Schalen mit Gebäck und kochen Tee. Tannenzweige stehen auf dem Tisch, auch ein paar Kerzen. »Viermal am Tag geben wir Essen an Bedürftige aus, insgesamt bis zu 1000 Portionen täglich«, erzählt Annina Budnick, Sozialarbeiterin der Bahnhofsmission. Zirka ein Drittel seien Jugendliche. 1800 Minderjährige, so schätzt der Berliner Senat, haben in der Hauptstadt...

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