04.10.2007 / Wissenschaft & Umwelt / Seite 15

Paradies der Agrarmultis

Passendes Klima, Rechtsfreiheit, Hungerlöhne – das sind die Standortvorteile Costa Ricas. Ein Bericht aus dem Hinterland der Gentechnik-Konzerne

Udo Hörster
Am Rand eines im costaricanischen Kanton Cañas gelegenen Feldes türmen sich Berge gentechnisch manipulierter Baumwolle. Landarbeiter des Agro-Unternehmens Semillas del Trópico haben die gegen das Herbizid »Liberty Link« des Bayer-Konzerns immunen Ackerfrüchte aus dem Boden gerissen, um Platz für Erdnuß-Kulturen zu schaffen. Mit einer Extradosis Pestizide wollen sie verhindern, daß die Nüsse einen baumwollenen Beigeschmack erhalten, aber zum ungewollten Erbgut-Joint-venture wird es wohl trotzdem kommen. Vom Winde verweht, dürfte die Baumwollsaat bald auch noch ganz woanders aufgehen: Überall im Land – am Straßenrand, auf Wiesen und in Vorgärten – finden sich ausgewilderte Gentech-Pflanzen. »Für diese Saaten, die in den USA und in Europa verkauft werden, zahlen wir in den Erzeugerländern einen hohen Preis«, sagt die Gentechnik-Kritikerin María Isabel Manzur. »Sie sind hier ein Risiko für die Biovielfalt und die menschliche Gesundheit.«

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