14.03.2007 / Schwerpunkt / Seite 3

Der Coup von Jericho

Vor einem Jahr stürmte die israelische Armee ein Gefängnis im Westjordanland und verschleppte palästinensische Gefangene. PFLP-Chef Saadat weiter ohne Anklage inhaftiert

Sophia Deeg
Im Gefängnis der Westjordan-Stadt Jericho saßen bis vor einem Jahr palästinensische Gefangene, darunter Ahmed Saadat, der Vorsitzende der linken Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP). Sie genossen eine Zeitlang das »Privileg«, vor der Entführung oder Ermordung durch die israelische Armee geschützt zu werden. Am frühen Morgen des 14. März 2006 aber zogen sich die britischen und amerikanischen Bewacher des Gefängnisses zurück und überließen es den umgehend vorrückenden israelischen Panzern und Bulldozern – letztere eigens von der Firma Caterpillar zum Niederwalzen von Häusern in den besetzten Gebieten ausgerüstet. Die Besatzungssoldaten verschleppten die Gefangenen von Jericho, die sie für den Anschlag auf den rechtsextremen Tourismusminister Rehavam Zeevi im Jahr 2001 verantwortlich machten, nach Israel in Lager, Gefängnisse und Verhörzentren, wo insgesamt rund 9000 Palästinenser festgehalten werden.

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