26.06.2006 / Ausland / Seite 3

Israels Zurückhaltung

Bombenangriffe auf Gaza: Die Besatzungstruppen präsentieren sich dennoch als vorsichtig agierende Seite. Israelis in Sderot bewußt in Angst und Schrecken gehalten

Tanya Reinhart

Im israelischen Diskurs wird Israel im Konflikt mit den Palästinensern immer als die Seite dargestellt, die Zurückhaltung übt. Das galt auch für die Ereignisse der vergangenen Tage. Während in der südisraelischen Stadt Sderot Kassam-Raketen fielen, ließ man »durchsickern«, daß das israelische Verteidigungsministerium die Armee angewiesen habe, Zurückhaltung zu üben. Innerhalb weniger Tage israelischer Zurückhaltung tötete die Armee eine palästinensische Familie beim Picknick am Strand von Beit Laya im Gazastreifen. Danach tötete die Armee neun Menschen, um eine Katjuscha-Rakete auszuschalten. Schließlich traf es drei weitere Kinder in einer belebten Straße in Nordgaza. Aber im Diskurs von der Zurückhaltung zählen die Tötungen nicht, weil die Armee entweder ihre Verwicklung bestreitet oder von einem notwendigen Akt der Selbstverteidigung spricht. Schließlich müsse Israel doch unter dem Hagel von Kassam-Raketen seine Bürger verteidigen. In d...

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