22.04.2006 / Ansichten / Seite 2

»Neoliberalismus funktioniert in den Köpfen«

Der Präsident der Humanistischen Partei über die politische Lage in Chile. Ein Gespräch mit Tomás Hirsch

Harald Neuber

Tomás Hirsch, Präsident der Humanistischen Partei Chiles, kandidierte für ein Linksbündnis aus Grünen, Humanisten und Kommunisten. Am Donnerstag war er in Berlin zu Gast.

F: Chile gilt nach wie vor als Musterbeispiel wirtschaftlicher Entwicklung in Lateinamerika. Teilen Sie diese Einschätzung?

Chile war stets ein neoliberaler Modellversuch, und bis heute wird diese neoliberale Politik in Chile als Erfolg verkauft. Während meiner Rundreise habe ich immer wieder die These des »chilenischen Erfolgswegs« gehört – nicht nur von Rechten, auch von Linken. Es ist ein großes Problem, daß die negativen Folgen kaum bekannt sind.

F: Worauf führen Sie das zurück?

Der Neoliberalismus wurde Chile in seiner reinsten Form von der Diktatur aufgezwungen. Dadurch war eine offene Debatte oder gar eine Gegenwehr unmöglich. Und das damals entstandene einseitige Bild besteht auch heute noch fort. Im Ausland gilt Chile als sozialdemokratisch regierter, fortschrittlicher Staat...


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