27.11.2004 / Wochenendbeilage / Seite 4 (Beilage)

Auf der falschen Seite der Mauer

Mit der Errichtung der Trennmauer hat Israel Tausende Palästinenser zu illegalen Arbeitern gemacht. Ein Besuch in Umm Al Fahm

Asma Agbarieh

Die Nacht breitet ihren sternenbesetzten Mantel über die Olivenhaine von Umm Al Fahm, einer arabischen Stadt in Israel. Unter den Bäumen schlafen 2000 Arbeiter aus der Westbank, die keine Erlaubnis haben, in Israel zu arbeiten. Die meisten sind aus Dschenin herübergekommen – nur wenige Meilen entfernt, aber auf der anderen Seite des Trennmauer. Das ist hier keine romantische Idylle, keine Bewegung »Zurück zur Natur«. Seit Monaten leben sie in den Olivenhainen. Wasserflaschen liegen herum, die als Duschen gedient haben, Konservendosen für Gemüse, Sardinen, Thunfisch, Käse.

Mit der Errichtung der Mauer im April 2002 hat die israelische Regierung diese Arbeiter zu illegalen Grenzgängern erklärt und einen uneingeschränkten Krieg gegen sie begonnen. Gleiches gilt für arabische Staatsbürger Israels, die ihnen helfen, ins Land zu kommen, ihnen Unterschlupf gewähren oder sie beschäftigen. Die Kampagne trägt den stolzen Namen: »Gezieltes Jäten«,...

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