14.07.2004 / Feuilleton / Seite 13

Exhumiert: »Rohstoff von Jörg Fauser«

Mein Leben unter den Irrsinnigen (9)

Wiglaf Droste

Im Jahr 1984 erschien »Rohstoff« von Jörg Fauser, als Hardcover bei Ullstein. Fauser sagte mir etwas: »Der Schneemann« hatte ich gelesen, »Mann und Maus«, Fausers Liedtexte, die Achim Reichel vertonte, fand ich grandios, und seine tip-Kolumne »Wie es euch gefällt« las ich, seitdem ich im Herbst 1983 nach Berlin gekommen war. Nun gab es »Rohstoff«, ich wollte es sofort haben, war aber chronisch abgebrannt, 30 Mark für ein Buch waren nicht drin. Als meine Eltern mich nach einem Wunsch für ein Weihnachtsgeschenk fragten, war die Sache klar. Ich bekam das Buch und verschlang es. Ob meine Eltern es mir geschenkt hätten, wenn sie gewußt hätten, was drinstand?

»Rohstoff« enthält nichts, das den jungen Mann von 23, der ich damals war, zu einem nützlichen Teil der Gesellschaft hätte machen können, zu einem Optimisten, der weiß, daß er seinen Weg schon machen und seinen Platz schon finden wird. Fausers autobiographischer Held Harry Gelb, Ex-Junkie und harter Sprit...

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