11.03.2004 / Ausland / Seite 7

Ariel Scharons Hürdenlauf

Gaza-Striptease: Israels Rückzugspläne und deren Hintergrund

Roni Ben Efrat, Tel Aviv

Als der israelische Premierminister seine Entscheidung verkündete, Israel werde sich unilateral aus dem Gazastreifen zurückziehen und 17 Siedlungen räumen, hätte man denken können, in manchen Kreisen gäbe es Grund zu feiern. Doch nur wenige feierten. Viele hatten das unangenehme Gefühl, daß seine Worte nicht das Ende der 37 Jahre währenden Besatzung, sondern weitere Verwicklungen bedeuteten.

Einige nennen den möglichen Rückzug eine Flucht, andere nennen ihn eine Drohung gegenüber den Palästinensern, und manche sagen, er solle Israels Position in der Westbank stärken. Eins jedenfalls ist er nicht: ein Schritt zur Lösung des Konflikts. In Israels Augen hat Gaza dem Staat immer geschadet. Yitzhak Rabins Wahlslogan 1992 war »Gaza raus aus Tel Aviv«. Die Verträge von Oslo trugen ursprünglich den Titel »Gaza und Jericho zuerst«. (Hamas und einige andere liegen daher falsch, wenn sie einen israelischen Rückzug als Erfolg des Widerstands darstellen.) Für Sch...

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