04.11.2003 / Thema / Seite 10

Was Oslo offenließ

Eine Farce oder eine Chance? Das »Genfer Abkommen« zwischen Israel und Palästina

Klaus Polkehn

Ein Aufschrei von Zorn und Empörung erhob sich zwischen Mittelmeer und Jordan, als am 12. Oktober am jordanischen Ufer des Toten Meeres von prominenten Palästinensern und Israelis ein Dokument verabschiedet wurde, das unter der Bezeichnung »Genfer Abkommen« rangiert (weil die Schweiz beim Zustandekommen logistische Hilfe gab). Am 4. November, dem Jahrestag der Ermordung des israelischen Regierungschefs Yitzhak Rabin, soll das Papier in Genf unterzeichnet werden.


Ausweg aus der Sackgasse?


Es war ein illustrer Kreis, der sich zur Suche nach einem Ausweg aus der Sackgasse im Friedensprozeß zusammengetan hatte. Schon vor zwei Jahren führten der ehemalige israelische Justizminister Jossi Beilin, einer der Architekten des Oslo-Abkommens von 1993, und der palästinensische Kultur- und Informationsminister Yasser Abed Rabbo erste Gespräche. Zu ihnen gesellten sich nach und nach der frühere Vorsitzende der israelischen Arbeitspartei, Brigadegeneral Amram...



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