25.06.2003 / Inland / Seite 4

Wilde Spekulationen

Gerüchte über positive Haarprobe Friedmans und rechte FDP-Seilschaften füllen das Sommerloch

Jürgen Elsässer

Obwohl die leitende Staatsanwaltschaft aus Berlin Ende letzter Woche eine Nachrichtensperre über die Ermittlungen gegen den TV-Talkmaster Michel Friedman verhängte, verkündete die Bild-Zeitung am Montag und am gestrigen Dienstag bereits das Urteil: Demnach habe der Haartest ergeben, daß Friedman nur »mäßig/ gelegentlich« Kokain konsumiert habe. Nach dem vierseitigen Gutachten, das das Boulevardblatt zitiert, habe er die Droge mindestens sechs Monate genommen. Völlig korrekt weist die Springer-Zeitung darauf hin, daß Kokain-Konsum als solcher in Deutschland nicht strafbar sei. Allerdings werde Friedman noch durch die Aussagen dreier Prostituierter belastet, denen er das Pulver angeboten haben soll. »Doch in der Staatsanwaltschaft ist nach Bild-Informationen kaum noch jemand überzeugt, Friedman in diesem Zusammenhang einen Gesetzverstoß nachweisen zu können«, heißt es weiter. Vermutlich werde der TV-Star mit einer »Geldstrafe in mäßiger Höhe« davonkommen.

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