07.01.2002 / Inland / Seite 0

Völlig distanzlos

Eine Studie zur faschistischen Vergangenheit der Leute, die das BKA aufbauten

Thomas Klein

Wer war wer beim Bundeskriminalamt? Im grassierenden Sicherheitswahn lohnt die Betrachtung seiner personalpolitischen Wurzeln. »Auf dem rechten Auge blind – Die braunen Wurzeln des BKA« ist mehr als nur ein Buchtitel. Dieter Schenk ist eine der gründlichsten Recherchen zur Biographie des ehemaligen BKA-Führungspersonals gelungen. Der Autor hat Akten sowohl aus polnischen Archiven als auch aus DDR-Archiven durchforstet, erhielt aber bezeichnenderweise »nicht ein Blatt Papier aus dem Bundeskriminalamt«. Obwohl Bundesinnenminister Otto Schily die Akteneinsicht genehmigt hatte, verschleppte die Wiesbadener Behörde über ein Jahr lang deren Realisierung mit dem Hinweis, daß dem Datenschutzgründe und »schutzwürdige Belange der Mitarbeiter« – auch der ehemaligen – entgegenstünden.

Was das für »schutzwürdige Belange« sein sollen, hat Schenk dennoch sehr präzise dargelegt. Das Bundeskriminalamt wurde maßgeblich »von Nazi-Tätern aufgebaut«. Diesen Vorwurf konkreti...

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