16.02.2010, 20:29:31 / Buchmesse Havanna 2010

Schlafende Hunde und bellende Europäer

Von Christof Meueler

Die europäsiche Unsitte, den angeblich besten Freund des Menschen in der Stadt zu quälen, um Passanten zu beeindrucken ("der will nur spielen") und vorallem die Bürgersteige vollkacken zu lassen, ist in Havanna unbekannt. Hunde sieht man äußerst selten und wenn, dann fallen sie gar nicht auf: Ab und an befindet sich auf dem Bürgersteig oder mitten auf einem Markplatz eine Art Päckchen, das sich bei genauerem Hinsehen als Hund herausstellt: zusammengerollt und schlafend. Und sei es drumherum noch so laut und lebendig. Friedliche, schlafende Hunde - eine Errungenschaft der kubanischen Revolution. Bellen tun hier nur die jWler, binnen einer Woche hat sich unter ihnen ein gellender Husten ausgebreitet. Man kriegt keine Luft und alle machen mit. Wer will, zündet sich zur Steigerung noch eine kubanische Zigarette an. Hust, hust - mit Nikotin- und Kondensatwerten wie vor 20 Jahren. Zum Glück darf man hier überall rauchen. Nichtraucherschilder haben noch keine Macht über die Menschen.

Das junge Welt-Sommerabo

Lesen Sie drei Monate die gedruckte Ausgabe der Tageszeitung junge Welt! Das Abo kostet 62 Euro statt 115,20 Euro und endet automatisch, muss also nicht abbestellt werden. Dazu erhalten Sie das Buch »Marx to go« aus dem Verlag Neues Leben. Dieses Angebot ist nur bestellbar bis 24. September 2018.


Lesetip abgeben

Artikel empfehlen: