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»Love Music – Hate Facism«: Linke Musik in Italien

Banda Bassotti ist die erfolgreichste linke italienische Band. Auf jeder CD und jedem Plakat steht der Slogan »Love Music – Hate Facism«, den viele andere Gruppen mittlerweile ebenfalls benutzen. Teilweise wurden sie auch durch die bandeigene Plattenfirma »Gridalo Forte Records« unterstützt, zum Beispiel Fratelli de Soledad.

Viele der italienischen Linksbands setzten auf die Kombination Ska, Reggae und Punk, die Banda Bassotti Combat Rock nennen. Arpioni aus dem nord­italienschen Bergamo dagegen pflegen puren Ska, Los Fastidos machen auch ihren 17 Alben klassischen Streetpunk. Casa del Vento benutzen ebenfalls Folk-Rock-Elemente, benutzen aber auch Latino-Rhythmen. Puristischen Reggae spielen Africa Unite, Radici Nel Cemento und Krikka Reggae.

Politische Liedermacher – in Italien »Cantautori« genannt – wie Claudio Gabbeloni, Cesare Bermani und Ivano Fossati schlagen ruhigere Töne an. Sie sind zumeist ältere Herren, die in Begleitung ihrer Gitarre tendenziell anarchistische Liedtexte anstimmen und in ihrer Freizeit literarische Werke veröffentlichen. Ein junger Vertreter dieser musikalischen Gattung ist Alessio Lega. Obwohl erst 35 Jahre alt, ist er schon seit Ende der 80er Jahre auf den Bühnen der kleinen »Circoli« (Zirkel) unterwegs. Er füllt aber auch größere Säle.
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Allgemein werden die Arbeiterlieder und Hymnen der Resistenza gern neu vertont und interpretiert. Auch wenn nicht jede Gruppe ein eigenständiges Album mit den »Canti di Lotta« aufnimmt, darf »Bella Ciao« oder »Bandiera Rossa« auf einem Konzert nicht fehlen.

(kah)
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Erschienen in der Ausgabe vom 11.01.2008, Seite 3, Schwerpunkt

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