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Schweizermacher und Kaffeemacher. Emil Steinberger wird 75

Foto: AP
Vor ziemlich genau 20 Jahren hatte Emil Steinberger einfach keine Lust mehr, »immer nur den Emil zu machen«. Keiner der 1000 Besucher des Theaters von Mézière in der französischen Schweiz ahnte, daß es sich um den letzten Auftritt des Kabarettisten Emil Steinberger handeln würde. Wissen, wann es Zeit ist zu gehen – ein ewiges Geheimnis für die bundesdeutschen Lustig-Lustig-Leute, die am liebsten noch im Grab rotieren würden. Am Sonntag wird Steinberger 75. Als »Emil« war er 20 Jahre der bessere »Otto« aus der Schweiz, der als Einwanderungsbeamter in dem 1978 gedrehten Film »Die Schweizermacher« sogar einmal in politische Dimensionen vorstieß, vor denen hiesige Spaßmacher noch nicht einmal zu träumen wagen, weil das ja »polarisieren« könnte – noch immer das schlimmste Verbrechen der öffentlich-rechtlichen Verwahranstalten.

Die 20 Jahre vor seiner Berühmtwerdung war Steinberger erst am Postschalter, dann als Werbegraphiker tätig. Die 20 Jahre nach seinem Abschied als »Emil« gab er über 100mal im Werbefernsehen den Melitta-Kaffee-Mann »Egon Wellenbrink«. Verdienstvoll: Die Ware Witz zum Anschauen fürs Soziologieseminar, ohne daß man sofort einschlafen will. Seine zweite Ehefrau Niccel Kristuf lernte Steinberger kennen, als diese ihre Magisterarbeit zum Thema »Das Lachen und Weinen des Clowns« schrieb. (jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 04.01.2008, Seite 13, Feuilleton

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