Zum Inhalt der Seite

Sucht auf Rezept

Seit Jahren steigt nach Einschätzung des Psychotherapeuten und Psychologen Felix Tretter die Medikamentenabhängigkeit in Deutschland. »Es gibt hierzulande etwa 1,9 Millionen Arzneimittelabhängige«, schätzt der Leiter der Suchtabteilung des Bezirkskrankenhauses München-Ost. Davon seien etwa zwei Drittel Frauen. Im Vergleich zu Erhebungen vor zehn Jahren sei die Zahl der Abhängigen »sehr stark« gestiegen. Das bewiesen auch die höheren Absatzzahlen der Pharmaindustrie. Tretter erklärt den Trend ganz allgemein damit, daß die »Ansprüche an jeden einzelnen größer geworden« seien. Der Bedarf an Beruhigungs- und Aufputschmitteln oder Schlankmachern sei gestiegen. »Medikamente machen nicht automatisch süchtig«, betonte Tretter, der auch Psychologie an der Uni München lehrt, und riet Ärzten zu einer Zusatzqualifikation im Bereich Suchtmedizin. (ddp/jW)
junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 03.01.2008, Seite 15, Natur & Wissenschaft

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!