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Recherche Raubkunst

Die Herkunft der Kunstwerke in deutschen Sammlungen soll im neuen Jahr besser erforscht werden. Im Januar wird die Arbeitsstelle für Provenienzrecherche beim Institut für Museumsforschung der Staatlichen Museen zu Berlin – Stiftung Preußischer Kulturbesitz eingerichtet. Der Deutsche Museumsbund begrüßt das als »gute Initiative in die richtige Richtung«. Die zunächst für drei Jahre eingerichtete Arbeitsstelle soll Museen, Bibliotheken und Archive dabei unterstützen, Kulturgüter zu identifizieren, die in der Nazizeit den rechtmäßigen Eigentümern entzogen wurden. Dafür sind eine Million Euro jährlich vorgesehen. Sie kommen vom Kulturministerium.

Der Direktor des Instituts für Museumsforschung, Bernhard Graf, sagte, zunächst würden vier Stellen ausgeschrieben, die Leitung solle ein Kunsthistoriker mit Erfahrung in der Provenienzforschung übernehmen. Die Stellen sollten bis Frühjahr besetzt werden. Bis zum Sommer könnten die Förderkriterien feststehen. Ab dann könnten die Museen Anträge zur Unterstützung bei der Provenienzforschung stellen.
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Einbezogen werden sollten nicht nur die großen, internationalen Häuser, sondern vor allem auch kleinere und regionale Museen sowie Schlösser und Burgen. »Es geht nicht nur um die spektakulären Fälle wie die Kirchners«, sagte Graf. Mit der Rückgabe der »Berliner Straßenszene« von Ernst Ludwig Kirchner war das Thema Raubkunst im Jahr 2006 hochgekocht. Das Bild wurde nach der Restitution von der Erbin umgehend für 30 Millionen Euro versteigert. (ddp/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 31.12.2007, Seite 10, Feuilleton

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