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Aus: Ausgabe vom 15.11.2007, Seite 3 / Schwerpunkt

Hintergrund: Kreationismus und »Intelligent Design«

Die Anhänger des Kreationismus vertreten die Auffassung, daß die wörtliche Interpretation der Heiligen Schriften der abrahamitischen Religionen die tatsächliche Entstehung von Leben und Universum beschreibt. Der Kreationismus erklärt beides durch den unmittelbaren Eingriff eines Schöpfergottes. Die Kreationisten lehnen oft die Sichtweise der Naturwissenschaft im Allgemeinen und bestimmte wissenschaftliche Theorien im Besonderen ab. Dies bezieht sich vor allem auf die Darwinsche Evolutionstheorie und ihre Bedeutung für die moderne Evolutionsbiologie. Die meisten Kreationisten bestreiten die Theorien über den Ursprung des Lebens und der menschlichen Spezies, die geologische Erdgeschichte, die Entwicklung des Sonnensystems und den Ursprung des Universums.

Evangelikale Gruppen, vor allem in den USA, betreiben derzeit gezielte politische Lobbyarbeit, um zu erreichen, daß der Kreationismus an den Schulen als gleichberechtigte Alternative zur Evolutionstheorie unterrichtet wird. Es gelang ihnen, selbst US-Präsident George W. Bush für diese Forderung einzuspannen. Dieser sprach sich im August 2005 dafür aus, die »Lehre« vom »Intelligent Design« als gleichwertig mit der Evolutionstheorie in den Schulen im Fach Biologie zu unterrichten.

Die Anhänger der Theorie vom »Intelligent Design« (ID) vertreten die Position, daß die Entstehung des Universums und des Lebens am besten durch einen intelligenten Designer erklärt werden kann. Sie begreifen ID als eine Wissenschaft, die mit vorhandenen wissenschaftlichen Theorien zum Ursprung des Lebens auf einer Stufe steht oder ihnen überlegen ist.


In Deutschland sind die Ansichten der sogenannten Junge-Erde-Kreationisten am weitesten verbreitet, was in erster Linie mit dem Wirken des Stu-dienkreises Wort und Wissen zusammenhängt, der zunehmenden Einfluß auf politische Verantwortungsträger gewinnt konnte. Sie gehen davon aus, daß Gott die Erde in jüngerer Zeit erschaffen hat und daß diese Auffassung durch wissenschaftliche Belege gestützt und somit in Form einer Schöpfungswissenschaft vertreten werden kann.

(he)

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