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Gefangene aus Tschad ausgereist

N’Djamena/Paris. Elf Tage nach ihrer Festnahme wegen des Verdachts auf Kindesentführung im Tschad sind sieben von 17 Europäern wieder in Freiheit. Drei französische Journalisten und vier spanische Flugbegleiter wurden am späten Sonntagabend von einer Pariser Regierungsmaschine mit Präsident Nicolas Sarkozy an Bord in ihre Heimatländer gebracht. Eine Fernsehdokumentation zeigte unterdessen die fragwürdigen Methoden auf, mit der die Hilfsorganisation Arche de Zoé die vermeintlichen Waisenkinder auswählte. Die französische Justizministerin Rachida Dati erklärte am Montag, für die Freilassung der sieben Europäer habe es keine Gegenleistung gegeben. »Es war eine rein juristische Angelegenheit«. Das Schicksal der noch in der tschadischen Hauptstadt N’Djamena inhaftierten Personen liege weiter in Händen der dortigen Justiz. Es handelt sich um sechs französische Mitglieder von Arche de Zoé sowie drei Piloten und einen Flugbegleiter aus Spanien beziehungsweise Belgien. Die Festgenommenen hatten versucht, 103 angebliche Waisenkinder aus der sudanesischen Bürgerkriegsprovinz Darfur auszufliegen. Die meisten der Kinder sind nach Angaben von UN-Hilfsorganisationen aber keine Vollwaisen und stammen aus dem tschadischen Grenzgebiet. Sarkozy war am Sonntag nach N’Djamena geflogen, um mit seinem tschadischen Kollegen Idriss Déby über den Fall zu sprechen. (AP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 06.11.2007, Seite 6, Ausland

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