Zum Inhalt der Seite

Weinhold erneut unter Verdacht

Recklinghausen. Der wohl bekannteste DDR-Flüchtling, Werner Weinhold, sitzt wegen Verdachts auf versuchten Totschlag in Untersuchungshaft. Der 55jährige habe einen Bekannten in einer Marler Gaststätte mit zwei Revolverschüssen niedergestreckt, wurde am Donnerstag in Justizkreisen in Recklinghausen bestätigt. Weinhold hatte 1975 bei seiner Flucht in die BRD kaltblütig zwei DDR-Grenzsoldaten erschossen. Die westdeutsche Boulevardpresse stellte ihn als eine Art Held dar, das Essener Schwurgericht sprach ihn frei. Der Bundesgerichtshof ordnete daraufhin allerdings einen Revisionsprozeß vor dem Landgericht Hagen an – Resultat: Fünfeinhalb Jahre Haft wegen Totschlags.

(jW)
→ Sie können uns auch mit einer Spende unterstützen
Erschienen in der Ausgabe vom 19.10.2007, Seite 4, Inland

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!

                                                                                       Kinderbeilage