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Chronist tot

Der Schriftsteller Walter Kempowski ist im Alter von 78 Jahren gestorben. Er erlag in der Nacht zum Freitag einem Krebsleiden. Sein zehnbändiges Werk »Das Echolot« mit Dokumenten aus den Jahren 1941 bis 1945 (Aktenvermerke, Berichte, Briefe und Tagebuchaufzeichnungen) erschien von 1993 bis 2005. Eine »Dokumentation der Gleichzeitigkeit« hat Kempowski das Werk genannt, für das er Unmengen Material sammelte, das er 2005 der Berliner Akademie der Künste vermachte. »Das stoische Privatleben neben dem Verrecken, der verbrecherische Luxus neben dem ganz bürgerlichen Weitermachen, und das alles aus berufenem und nicht berufenem Munde.« Dem breiten Publikum bekannt wurde Kempowski mit seinem – später verfilmten – autobiografischen Roman »Tadellöser & Wolff« (1971). Der handelt von Kempowskis Jugendzeit. Die acht Jahre (1948 bis 1956), die Kempowski im Zuchthaus Bautzen verbrachte, nachdem er wegen Spionage für die USA verurteilt worden war, verarbeitete er im Roman »Im Block«. (AFP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 06.10.2007, Seite 12, Feuilleton

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