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Istanbul: Verleger vor Gericht

Istanbul. Die türkische Justiz geht weiter mit dem »Türkentum«-Paragrapfen 301 des Strafgesetzbuches gegen unliebsame Meinungsäußerungen vor. Vor einem Istanbuler Gericht wurde ein Verfahren gegen den Verleger Ragip Zarakolu fortgesetzt, wie die Zeitung Radikal am Freitag meldete. Zarakolu muß sich wegen eines von ihm verlegten Buches zur Armenierfrage verantworten. Die Staatsanwaltschaft verlangt für den Angeklagten bis zu drei Jahre Haft wegen »öffentlicher Herabwürdigung der Türkischen Republik«. Die Staatsanwaltschaft argumentiert, das Buch überschreite die Grenzen der erlaubten Kritik.(AFP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 06.10.2007, Seite 6, Ausland

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