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Ilse Schwipper tot

Am Donnerstag starb Ilse Schwipper nach kurzer schwerer Krankheit in Berlin. Die Anarchafeministin Schwipper, Jahrgang 1937, gründete in Wolfsburg Ende der 60er Jahre die erste Kommune der Stadt. Wegen militanter Aktionen gegen den Vietnamkrieg saß sie bis Ende 1973 im Gefängnis. Unter dem Vorwurf, an der Ermordung des Polizeispitzels Ulrich Schmücker in Westberlin beteiligt gewesen zu sein, wurde sie 1974 erneut inhaftiert und 1976 zu lebenslanger Haft verurteilt, jedoch aus gesundheitlichen Gründen 1982 vorzeitig entlassen – Ergebnis der Isolationshaft, der sie lange unterworfen war. Der sogenannte Schmücker-Prozeß endete erst 1991 nach 591 Verhandlungstagen. Es war das längste Strafverfahren in der BRD, das schließlich ohne Ergebnis eingestellt wurde. (jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 29.09.2007, Seite 12, Feuilleton

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