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Lesetips

Verbrannte Nahrung

In einem Schreiben an die Abgeordneten des Bundestages fordern 53 Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen, das Verbrennen von Nahrungsmitteln zur Energieproduktion zu stoppen. Der Brief wurde von »Rettet den Regenwald« (RdR, Hamburg) initiiert. Die Unterzeichner kritisieren, daß Kraftwerksbetreiber, die zum Beispiel aus Palmöl Strom und Heizwärme produzieren, Zuschüsse erhalten. Dadurch würden Palmöl-Konzerne ermuntert, immer neue Flächen Regenwald zu vernichten und in Plantagen umzuwandeln, so etwa in Indonesien, Malaysia, Kolumbien, Ecuador oder Kamerun. »Das hat in den betroffenen Ländern katastrophale ökologische und soziale Konsequenzen, wie zahlreiche Studien belegt haben«, erklärt der RdR-Vorsitzende Reinhard Behrend. »Die Menschen dort bezahlen mit leeren Tellern für volle Auto­tanks in den Industrieländern.« Durch den weltweiten Agrarenergie-Boom seien die Preise für Palmöl, Mais, Weizen und Roggen massiv gestiegen. »Wenn bei uns die Brötchen zehn Cent teurer werden, ist das für die Verbraucher ärgerlich. Wenn sich in den Ländern des Südens die Grundnahrungsmittel verteuern, ist das eine humanitäre Tragödie.« (AFP/jW)

»Horrorzahlen«

Das Bundesumweltministerium hat einen Bericht der FAZ vom Montag zurückgewiesen, wonach das geplante Klimaprogramm von Ressortchef Sigmar Gabriel (SPD) die Haus- und Immobilienbesitzer mindestens 60 Milliarden Euro kosten werde. Es mache »wenig Sinn, mit Horrorzahlen herumzuspekulieren«, sagte ein Sprecher des Umweltministeriums am Montag in Berlin. Das Programm werde Thema der Kabinettsklausur Ende August sein.

Nach Mitteilung der FAZ beziffert das Wirtschaftsministerium die Mehrkosten für den Austausch aller Nachtspeicheröfen in Deutschland auf rund 28 Milliarden Euro. Hinzu kämen Forderungen wie der Austausch aller Fenster nach 30 Jahren, Umlagen auf den Strompreis und Steuergelder.(AFP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 09.08.2007, Seite 15, Natur & Wissenschaft

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