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Aus: Ausgabe vom 31.07.2007, Seite 3 / Schwerpunkt

Bombodrom. Chronik in Auszügen

1990: Nachdem die Rote Armee ihre Schießübungen auf dem Bombodrom beendet, planen die Bürger eine zivile Nutzung.

1992: Bundeswehr meldet die geplante Nutzung des Geländes an. Am 15. August findet in Schweinrich die erste Demonstration gegen die Pläne statt. 4500 Teilnehmer. Bis heute folgen in der Region 105 Protestwanderungen mit mehr als 350000 Teilnehmern.

1993: Am 22. Dezember überträgt das Bundesvermögensamt die Liegenschaft der Bundeswehr.

1994: Am 17. Januar jagen die ersten Tornado-Kampfflugzeuge im Tiefflug über die Heide. Vier Tage später protestiert die brandenburgische Landesregierung im Bundesverteidigungsministerium dagegen. Gemeinsame Klage auf Unterlassung der militärischen Nutzung.

1995: Mit dreitausend Teilnehmern ist der Ostermarsch in Fretzdorf als 27. Protestwanderung der Bombodorm-Gegner erneut der größte in ganz Deutschland.

1996: Am 29. August verpflichtet das Potsdamer Verwaltungsgericht die Bundeswehr zur Durchführung eines förmlichen Planungsverfahrens.

1999: Am 24. März fordert das OVG Frankfurt/Oder die Bundeswehr zu einem förmlichen Planungsverfahren auf. Eine Revision wird ausgeschlossen.

2000: Am 30. Januar wird auf dem Gelände eine Mahnsäule wiedererrichtet, die an den Todesmarsch der KZ-Häftlinge aus Sachsenhausen erinnert und ein halbes Jahr zuvor von Unbekannten geschändet worden war. Die Bundeswehr entfernt sie später wieder.

2002: Das OVG Frankfurt/Oder untersagt die militärische Nutzung des gesamten Platzes bis zum Abschluß des Anhörungsverfahrens.

2003: Verteidigungsminister Struck gibt die Entscheidung für die militärische Nutzung des Bombodroms ab dem 18. August bekannt. Das Verwaltungsgericht Potsdam entscheidet, daß die Klage der Gemeinde Schweinrich aufschiebende Wirkung hat. Der Bundeswehr ist damit die Nutzung des Platzes bis zur Entscheidung in der Hauptsache untersagt.

2004: Am 27. März und 11. April demonstrieren jeweils 10000 Menschen in der Region gegen das Bombodrom. Das OVG Frankfurt/Oder untersagt eine militärische Nutzung bis zur Klärung von Eigentumsrechten auf dem umstrittenen Gelände.

2005: Das OVG Brandenburg weist eine Beschwerde der Bundesregierung gegen die aufschiebende Wirkung der Klage der Gemeinde Schweinrich zurück. Im Dezember reicht die Bundeswehr beim Verwaltungsgericht Potsdam fünf Eilanträge zur sofortigen Inbetriebnahme des Bombodroms ein.

2007: Verwaltungsgericht Potsdam verhandelt in der Hauptsache. (wop)

Internet: freieheide.de

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