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Kugel-Klassiker

Was jeder Verschwörungstheoretiker im Schlaf herunterbeten kann, wird jetzt wieder mal öffentlich diskutiert: Die Ermordung von US-Präsident John F. Kennedy im texanischen Dallas im Jahr 1963 war laut einer neuen Studie offenbar nicht das Werk eines Einzeltäters. Neue ballistische Untersuchungen zeigten, daß Lee Harvey Oswald damals nicht der einzige Schütze gewesen sei, hieß es in der jüngsten Ausgabe des US-Fachmagazins Annals of Applied Statistics. Dort schreibt der Hauptautor der Studie, William Tobin, die seinerzeit von den Experten angeführten Belege, wonach die Möglichkeit eines zweiten Mörders ausscheide, hielten den Tatsachen nicht stand. Die neuerliche Analyse habe ergeben, daß die am Tatort gefundenen Kugelfragmente von mindestens drei unterschiedlichen Kugeln stammen könnten. Die Betonung liegt allerdings klassischerweise auf dem Konjunktiv. Tobinleitete mehr als 20 Jahre lang das FBI-Labor zur Analyse von Metallen.

(AFP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 19.05.2007, Seite 12, Feuilleton

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