Zum Inhalt der Seite

Finale Berlin

Von Klaus Weise
Berlin. Eine Boulevardzeitung hatte zuvor den »Kampf um Köpenick« beschworen. Davon konnte beim Pokalfinale des Berliner Fußballverbandes in der Alten Försterei nicht die Rede sein. 1. FC Union kontra Köpenicker SC, also Regionalliga gegen die zwei Klassen darunter rangierende Verbandsliga. Von wegen der Pokal und seine eigenen Gesetze. Union gewann vor 5624 Zuschauern im Stile des tapferen Schneiderleins – »Sieben auf einen Streich!« – sage und schreibe mit 7:0 (4:0). Die Nachbarn aus dem Stadtteil Wendenschloß waren schlicht kaum spürbar, ohne Mut und Leidenschaft. Nach Chancen hätte es 12:2 gestanden. Am eifrigsten war der Älteste auf dem Platz. Daniela Texeira, 39, genannt »Texas«, schoß aus allen Lagen. Mit vier Toren hatte er den größten Anteil am bislang höchsten BFV-Pokal-Finalsieg seit 1946. Macht für Union 55000 Euro DFB-Prämie und die Teilnahme an der 1. Runde des kommenden DFB-Pokals. Dann wird Trainer Christian Schreier nicht mehr dabei sein. Der 48-jährige, der mit dem FC Schönberg und dem MSV Neuruppin auch schon die Landespokale in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg gewann und nun ein seltenes Triple schaffte, geht zum Saisonende. Doch würde Union aus der Regionalliga absteigen, dann wäre es nicht der zweite Union-Pokalsieg nach 1994, der an ihm hängenbleiben würde, sondern der verpaßte Klassenerhalt. Drei Zähler braucht man noch.
junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 18.05.2007, Seite 16, Sport

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!