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Bei Breitners

München. Das EU-Parlament hat drastische Veränderungen im Profifußball angeregt. Die Verteilung der TV-Einnahmen soll europaweit zentralisiert, eine Gehaltsobergrenze geschaffen werden. Bis Juli will EU-Sportkommissar Jan Figel (Slowakei) ein Strategiepapier erstellen. Daß Figel die Vorschläge des Parlaments aufgreift, hofft Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsboß von Bayern München. »Die Bundesliga wäre ein großer Gewinner«, sagte er der Münchner tz. »Aus meiner Sicht wäre über Nacht Chancengleichheit wieder eingeführt.« Für die Jagd nach den Schwerverdienern Europas finden die Bayern sich ja notorisch zu klamm. In der Bundesliga sind sie obenauf.

Nur eine Familie könnte ihren Titelgewinn noch verhindern: Familie Breitner. Kürzlich wurde Paul als Berater angestellt. Jetzt hat der Sohn vom Paul, der Max, einen Job bei der Pressestelle. Vor einem Jahr hatte dieser Max Breitner in einer Titelgeschichte der tz über eine Verwicklung Sebastian Schweinsteigers in einen Wettskandal berichtet, war dafür aus der Redaktion geflogen. Jetzt soll er beim Bayern Magazin des Clubs mitmachen. Hatte der »Schweini« also doch Dreck am Stecken? Planen die Breitners eine feindliche Übernahme des Fußballkonzerns? Was hat der Wurstmogul Uli Hoeneß mit dem EU-Parlament zu schaffen? Demnächst mehr dreckige Enthüllungen in dieser und jeder anderen Zeitung.


(sid/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 02.04.2007, Seite 16, Sport

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