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01.03.2007
- → Feuilleton
Autoren in Betten
Der seit längerem daniederliegende Rotbuch Verlag, einst eine linksradikale Abspaltung des Westberliner Wagenbach Verlags, wurde am 1. Februar von der Eulenspiegel Verlagsgruppe gekauft. Sie will Rotbuch zurück nach Berlin holen und dessen früheres linkes Profil erneut schärfen. »Das linkskritische, zeitgeschichtlich-politische Sachbuch wird, anknüpfend an ältere Rotbuch-Traditionen, ausgebaut«, verlautete aus dem Hause Eulenspiegel. Seitdem wähnt sich Rotbuch-Autor Peter Schneider »im Bett des Todfeindes«, da bei Eulenspiegel auch »Stasi-Offiziere ihre Erinnerungen pflegen« würden, wie er gegenüber Spiegel online enthüllt hat. Bekanntlich wirken solche Erinnerungen so »tödlich« wie, sagen wir einmal, Schuhebinden. Was er mit der Staatssicherheit oder sie mit ihm zu tun gehabt haben soll, wurde nicht bekannt. Also was soll die Aufregung?
Rotbuch-Autorin Herta Müller will bei dem Verkauf »Zynismus und eine unglaubliche Gleichgültigkeit« erkannt haben, György Dalos tritt sogar aus dem Vertrag für sein Buch »Jugendstil« aus, das im Frühjahr erscheinen soll, und will sich »fortan wieder als freier Autor« betrachten. Herta Müller ärgert sich, daß ihre »Essays zur Diktatur« nun »neben den Memoiren von Egon Krenz, Walter Ulbricht und Markus Wolf« erscheinen sollen. Dabei wäre das doch genau die Art von Pluralismus, gelebter Demokratie und Bild-dir-deine-Meinung, die Autoren wie Schneider, Dalos und Müller bei ihren handelsüblichen Offene-Gesellschafts-Sonntagsreden so gerne im Mund führen.
(jW)
Rotbuch-Autorin Herta Müller will bei dem Verkauf »Zynismus und eine unglaubliche Gleichgültigkeit« erkannt haben, György Dalos tritt sogar aus dem Vertrag für sein Buch »Jugendstil« aus, das im Frühjahr erscheinen soll, und will sich »fortan wieder als freier Autor« betrachten. Herta Müller ärgert sich, daß ihre »Essays zur Diktatur« nun »neben den Memoiren von Egon Krenz, Walter Ulbricht und Markus Wolf« erscheinen sollen. Dabei wäre das doch genau die Art von Pluralismus, gelebter Demokratie und Bild-dir-deine-Meinung, die Autoren wie Schneider, Dalos und Müller bei ihren handelsüblichen Offene-Gesellschafts-Sonntagsreden so gerne im Mund führen.
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Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
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