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Aus: Ausgabe vom 01.03.2007, Seite 3 / Schwerpunkt

Hintergrund: EADS

Der europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern European Aeronautic Defence and Space Company (EADS) ist 1999 aus dem Zusammenschluß der deutschen Daimler-Benz Aerospace (Dasa) und der französischen Aerospatiale Matra entstanden. Beide Unternehmen bauten zusammen Airbus-Flugzeuge, Ariane-Raketen, Hubschrauber und Lenkwaffen. Ein Jahr später kam der spanische Flugzeughersteller Casa dazu.

Airbus ist der Kern von EADS. Der Flugzeughersteller trug zwei Drittel zum Umsatz des Konzerns von 27,5 Milliarden Euro in den ersten neun Monaten 2006 bei. Airbus machte 1,1 Milliarden Euro operativen Gewinn. Das Rüstungsgeschäft mit dem Eurofighter, mit Eurocopter als weltweit größtem Hubschrauber-Hersteller, die Raumfahrt und die militärischen Transportflugzeuge mit dem anlaufenden A400M-Programm brachten zusammen nur 340 Millionen Euro ein.

Geführt wird der Konzern von einer deutsch-französischen Doppelspitze. Die deutsche Seite wird vertreten von Co-Vorstandschef Thomas Enders, auf französischer Seite ist es Louis Gallois, der zugleich auch Airbus-Chef ist.


Deutsch-französische Rivalitäten haben bei EADS immer wieder zu Spannungen geführt. Sowohl bei Arbeitsplätzen und technologisch wichtigen Arbeitsanteilen als auch bei der Aktionärsstruktur achtet die Politik auf das nationale Gleichgewicht. DaimlerChrysler hält – neuerdings zusammen mit einem von der Bundesregierung organisierten Bankenkonsortium– 22,5 Prozent der Aktien. Die französische Seite – vertreten durch Staat und Lagardère-Gruppe – hat angekündigt, ihren Anteil auf ebenfalls auf 22,5 Prozent zurückfahren. Der spanische Staat kontrolliert 5,5 Prozent, die russische Wneshtorgbank 5,0 Prozent. Die restlichen 29,5 Prozent sind Streubesitz. Diverse Ölscheichs aus dem Nahen Osten haben deutliches Interessen an einem Einstieg bekundet. Eine von Rußland angebotene Aufstockung des Beteiligung ist offenbar bei EADS nicht erwünscht.

(AP/jW)

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