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Aus: Ausgabe vom 04.01.2007, Seite 15 / 73

Seepferdchen

Indische Wissenschaftler wollen endlich dem Mythos auf den Grund gehen, wonach Seepferdchen ein starkes Aphrodisiakum sind. Außerdem gelten sie als Mittel gegen Atemwegserkrankungen. Dieser Ruf hat sie inzwischen an den Rand des Aussterbens gedrängt. »Sie werden seit 342 vor unserer Zeit gejagt und sind heute ein heißer Tip in der traditionellen Medizin in China, Korea und Thailand«, sagte Raidurga Sreepada vom Nationalen Institut für Ozeanographie (NIO) in Goa der Nachrichtenagentur AFP. Jetzt wollten die Forscher einige Exemplare einfangen, züchten und überprüfen, ob die sexuell hochaktiven Tiere wirklich eine medizinische Wirkung auf Menschen haben. Jegliches Ergebnis der Untersuchungen könne zum Schutz der Seepferdchen beitragen, sagte Sreepada: Sollte sich herausstellen, daß sie tatsächlich ein aphrodisierende Wirkung hätten, müßte man sie künftig gezielt züchten, statt sie weiter wild zu fangen. Sollten sich die Tiere als pharmazeutisch wirkungslos erweisen, werde die Nachfrage nach ihnen stark sinken. Nach Schätzungen des NIO werden jährlich rund 20 Millionen Seepferdchen illegal gehandelt. Größter heimlicher Exporteur ist mit 1,3 Millionen Tieren pro Jahr Indien. Ein Kilo – rund 100 Tiere – getrocknete Seepferdchen kosten beispielsweise in den USA bis zu 200 Dollar (151 Euro).

(AFP/jW)

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