Aus: Ausgabe vom 04.01.2007, Seite 3 / Schwerpunkt

Petition der Opfer

Entschädigung gefordert

Die seit Anfang 2006 im Verein ehemaliger Heimkinder organisierten Opfer kirchlicher und staatlicher »Fürsorge« in der BRD haben eine Petition an den Deutschen Bundestag gerichtet und fordern:

– Die Anerkennung betroffener ehemaliger Heimkinder als Opfer von Menschenrechtsverletzungen,

– die Regelung berechtigter Forderungen, die sich daraus ergeben,

– die Ächtung der menschenverachtenden Erziehungspraxis in Heimen während der Zeit von 1945 bis 1975,

die Klärung der Frage fehlender Rentenanwartschaften bezüglich erzwungener unbezahlter Arbeit, für die keine Sozialversicherungsbeiträge entrichtet wurden,

– die Erklärung, daß die in den Heimen verlangte und geleistete Kinderarbeit Unrecht gewesen ist,

– die Gewährleistung der Finanzierung von Langzeittherapien der Traumata, an welchen viele der Betroffenen noch heute leiden,

– die wissenschaftliche Aufarbeitung dieses unrühmlichen Kapitels in der Sozialgeschichte der Bundesrepublik,

die Berücksichtigung auch der ehemaligen Heimkinder in der ehemaligen DDR bei der Klärung all dieser Fragestellungen,

– eine öffentliche Anhörung betroffener ehemaliger Heimkinder vor dem Deutschen Bundestag,

– eine Ausstellung über die Lebenssituation ehemaliger Heimkinder in den Heimen der Zeit von 1945 bis 1975 unter Berücksichtigung ihrer Lebenssituation nach dem Heimaufenthalt,

die Anerkennung der moralischen Schuld des Staates an den Vorfällen in den Heimen während der besagten Zeit, die sich aus der Einweisungspraxis der Jugendämter und der mangelnden Heimaufsicht ergibt,

– die Schaffung einer unabhängigen Heimaufsicht für alle heute existierenden Heimformen (auch der Altenpflegeeinrichtungen), um zu gewährleisten, daß vergleichbares Unrecht, wie wir es erfahren mußten, in Deutschland in Gegenwart und Zukunft nicht mehr geschehen kann.

Weitere Informationen über die Folgen der Heimerziehung in der BRD im Internet: vehev.org, wensierski.info

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