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Keine Gefahr

Das FBI hat die letzten zehn Seiten seiner John-Lennon-Akte freigegeben. Sie enthalten Details über Beziehungen des Ex-Beatles zu Linken und Antikriegsgruppen im London der frühen 70er Jahre. Nichts deute daraufhin, daß Lennon als Gefahr betrachtet worden sei, erklärte der Historiker Jon Wiener, der 25 Jahre um die Freigabe der Akte gekämpft hatte, in der Los Angeles Times. Das FBI hatte die Herausgabe der Unterlagen mit der Begründung verweigert, daß die vertraulichen Informationen von einer ausländischen Regierung stammten. Ihre Freigabe könne zu Vergeltungsmaßnahmen gegen die USA führen. Zu den neuen Details zählt ein Überwachungsbericht, wonach damals zwei britische Linke auf Lennon zugegangen sind, damit er einen linken Buchladen finanziere, was Lennon ablehnte. »Ich bezweifle, daß die Regierung von Tony Blair wegen der Veröffentlichung dieser Dokumente einen militärischen Vergeltungsschlag gegen die USA führt«, erklärte Wiener.

(AP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 21.12.2006, Seite 12, Feuilleton

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