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Anno ... 43. Woche

1881, 27. Oktober: Trotz der Repressalien des von Bismarck erlassenen »Sozialistengesetzes« (1878–1890) erringt die Sozialdemokratische Arbeiterpartei Deutschlands (SDAP) bei den Reichstagswahlen zwölf Mandate.

1886, 28. Oktober: Nach Unterwerfung der letzten gegen die weiße Herrschaft kämpfenden Indianerstämme im September weiht US-Präsident Stephen Cleveland auf Bedloe’s Island in der Hafeneinfahrt von New York die »Freiheitsstatue« ein. Die auf einem 47-Meter-Sockel stehende Figur ist selbst noch einmal 46 Meter hoch und ein Geschenk Frankreichs.

1936, 25. Oktober: Beim Besuch des italienischen Außenministers Galeazzo Ciano in Berlin wird ein Kooperationsvertrag zwischen beiden faschistischen Mächten unterzeichnet, der die sogenannte Achse Berlin-Rom begründet. Nach vorausgegangenen Absprachen über die Unterstützung der Franco-Putschisten und die Torpedierung des in London tagenden »Nichteinmischungskomitees« enthält das Abkommen, in dem Hitlerdeutschland die italienische Annexion Abessiniens (Äthiopiens) anerkennt, auch Übereinkünfte über die gegenseitigen Interessen auf dem Balkan.


1946, 28. Oktober: In Griechenland vereinigen sich die nach dem Zweiten Weltkrieg fortbestehenden Partisaneneinheiten zur »Demokratischen Armee Griechenlands«, die vor allem im Norden des Landes bis 1949 den bewaffneten Kampf gegen die Machtübernahme durch die Monarchie und die britisch-amerikanische Intervention fortsetzt.

1956, 23. Oktober: In der ungarischen Hauptstadt kommt es am Rande einer Massenkundgebung zu Ausschreitungen und Zusammenstößen mit der Polizei. Vor dem Hintergrund einer starken Unzufriedenheit in Arbeiterschaft und Intelligenz eskalieren die Auseinandersetzungen rasch. Während im Westen umgehend von einem »Volksaufstand« die Rede ist, sehen die vom nun einsetzenden »weißen Terror« Betroffenen und ihre Verbündeten eine Konterrevolution im Gange. Aus Gefängnissen befreite Kriminelle und reaktionäre Kräfte, darunter viele verurteilte Kriegsverbrecher sowie 1945 ins Ausland geflohene und nun zurückkehrende Politiker, nutzen die Gunst der Stunde und fordern den Sturz der sozialistischen Regierung, freie Wahlen, die Auflösung der Sicherheitsorgane und den Abzug der seit 1945, nach der Zerschlagung des faschistischen Horthy-Regimes, im Land stationierten sowjetischen Truppen (siehe auch jW-Thema am 23. Oktober).

1971, 25. Oktober: Die Vollversammlung der Vereinten Nationen beschließt die Aufnahme der Volksrepublik China in die Weltorganisation. Mit ihrer Anerkennung als einzige rechtmäßige Vertretung Chinas wird der bis dahin auf Betreiben insbesondere der USA von Taiwan – »Nationalchina« – eingenommene UN-Sitz suspendiert.
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Erschienen in der Ausgabe vom 21.10.2006, Seite 15, Geschichte

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