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Aus: Ausgabe vom 28.09.2006, Seite 6 / Ausland

Israels Soldaten weiter im Libanon – am Boden und in der Luft

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Beirut/Jerusalem. Der Libanon kommt nicht zur Ruhe. Entgegen anderslautender Meldungen aus den vergangenen Tagen befinden sich nach wie vor israelische Truppen in dem Nachbarland. So wurden am Mittwoch in der Nähe des südlibanesischen Dorfes Marwaheen immer noch Kontrollen durchgeführt – auf unserem Foto passiert ein gepanzertes UN-Fahrzeug den Posten der israelischen Armee. Nunmehr »hoffe« man, so die Stellungnahme dazu aus Jerusalem, bis Freitag den Libanon verlassen zu haben. Zugleich verlautete allerdings, daß Israels Militär auch danach weiter im libanesischen Luftraum fliegen will.

Die Flüge würden solange fortgesetzt, so Verteidigungsminister Amir Peretz am Dienstag, bis die beiden gefangenen iraelischen Soldaten freigelassen würden und die Grenze zwischen dem Libanon und Syrien hermetisch abgeriegelt sei. Ohne Erfüllung dieser Forderungen fühle sich die Regierung in Tel Aviv nicht an die Festlegungen in der UN-Resolution 1701 vom 11. August zur »vollständigen Einstellung aller Feindseligkeiten« gebunden. Diese sehen auch die Achtung des libanesischen Luftraumes vor. Ein ranghoher Mitarbeiter der Vereinten Nationen erklärte dazu, ein Treffen zwischen Israelis und Libanesen, bei dem ein Zeitplan für den den israelischen Abzug erstellt werden sollte, sei ergebnislos verlaufen. Ein weiteres Treffen sei in dieser Woche nicht mehr vorgesehen.

Indes teilte das UN-Flüchtlingskommissariat (UNHCR) in Beirut mit, daß sich die Rückkehr für etwa 200000 Flüchtlinge aus dem Libanon in ihre Heimat noch um mehrere Monate verzögern könne. Ursache seien Hunderttausende Streubomben, die Israel bei seinen Angriffen im Libanon eingesetzt habe und die noch nicht entschärft seien. Ein Offizier des Minenräumkommandos der libanesischen Armee sagte, im Südlibanon seien vielleicht sogar eine Million Streubomben zu finden. Seit dem Ende des Krieges seien schon 15 Menschen durch Streubomben ums Leben gekommen. Jüngstes Opfer wurde am Mittwoch ein neunjähriger Junge in der Nähe seines Wohnhauses im Dorf Sawwaneh 17 Kilometer nördlich der Grenze zu Israel. Drei Männer erlitten Verletzungen.

(AFP/AP/jW)

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