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Jenaer Professor berechnet Europas CO2-Bilanz

Deutscher Umweltpreis 2006 ging an Direktor des Max-Planck-Instituts für Biogeochemie

Prof. Dr. Ernst-Detlef Schulze, Direktor des Max-Planck-Instituts für Biogeochemie in Jena, hat für das weltweit größte Projekt zur Berechnung der europäischen Kohlenstoffbilanz am Mittwoch den Deutschen Umweltpreis erhalten. Als Koordinator im Rahmen des internationalen Vorhabens »CarboEurope« mißt Schulze, wo in Europa CO2 gebunden oder freigesetzt wird.

Schulzes Projekt »CarboEurope« ist die weltweit erste Initiative, die in der Form gesicherte Daten zum Kreislauf des Treibhausgases liefern wird. Wo besonders viel Kohlendioxid in Europa gebunden oder auch freigesetzt wird, untersucht Schulze als Koordinator von mehr als 100 Meßstationen. Ein Schlupfloch im Kyoto-Protokoll sei, daß die Angaben darüber, wieviel Kohlendioxid tatsächlich in den Wäldern gespeichert und in der Landwirtschaft freigesetzt wird, nur sehr grob geschätzt werden könnten, sagte Dr. Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, anläßlich der Preisverleihung. »Wer seine Emissionen nicht senken konnte, schätzt einfach die Filterfunktion seiner Wälder günstig ein und erfüllt so die Auflagen. Durch »CarboEurope« könnte sich das ändern.« Schulze hat insbesondere die Veränderungen in Waldökosystemen, die dramatische Veränderung der Artenvielfalt sowie die Bedeutung der Vegetation für das globale Klima frühzeitig erkannt und erforscht. Als einer der weltweit führenden Ökosystemforscher untersuchte Schulze zudem, wie der Erdboden weltweit auf eine mögliche Klimaerwärmung reagiert.

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit geht davon aus, daß bei einem weiteren Ausstoß von Treibhausgasen wie Kohlendioxid bis 2100 die globale Durchschnittstemperatur um bis zu 5,8 Grad und der Meeresspiegel um bis zu 90 Zentimeter steigen werden.

(jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 28.09.2006, Seite 9, Kapital & Arbeit

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