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Moral

Der wegen seiner Mitgliedschaft in der Waffen-SS umstrittene Literaturnobelpreisträger Günter Grass kann nach Ansicht des Berliner Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD) weiterhin Wahlkampf für die Sozialdemokraten machen. In einem vom Stern vorab veröffentlichten Interview sagte Wowereit: »Ich habe ihn eingeladen, und er hat seine Unterstützung auch zugesagt.« Der SPD-Politiker betonte, es sei »fatal, wenn das Lebenswerk von Günter Grass, sowohl des Schriftstellers als auch des politischen Mahners, jetzt in Frage gestellt würde«. Grass müsse damit leben, daß alle, auf die er mit dem moralischen Zeigefinger gedeutet habe, heute auf ihn zeigten.

(ddp/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 24.08.2006, Seite 12, Feuilleton

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