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Auch Ford schreibt tiefrote Zahlen

Quartalsverlust doppelt so hoch wie zunächst angegeben

Nach General Motors hat nun auch der zweitgrößte US-Autokonzern Ford seine Bilanz für das zweite Quartal nachträglich korrigieren müssen. Danach fiel der Verlust mit 254 Millionen Dollar mehr als doppelt so hoch aus wie zunächst angegeben. Das teilte Ford der US-Börsenaufsicht SEC am späten Mittwoch abend mit. Ursache waren nach Angaben des Unternehmens Kosten für Pensionen, die höher ausfielen als erwartet. Im Vorjahreszeitraum hatte Ford noch einen Gewinn von 946 Millionen Dollar eingefahren. Zugleich erklärte Ford, daß sein Premiumsegment mit den Marken Jaguar, Volvo, Aston Martin und Land Rover in diesem Jahr angesichts des aktuellen Verkaufstrends nicht die Gewinnzone erreichen werde.

Zuvor hatte das Wall Street Journal am Mittwoch berichtet, Ford prüfe einen Verkauf der Luxusmarke Jaguar. Als möglicher Käufer wurde der deutsche Autobauer BMW genannt. Außerdem gebe es bei der Firma Überlegungen, ähnlich wie General Motors (GM) Allianzen mit anderen Herstellern ins Auge zu fassen. Ein Ford-Sprecher dementierte diesen Bericht allerdings umgehend. Es gebe keine Pläne, Marken zu verkaufen oder in eine neue Allianz zu investieren. Konzernchef Bill Ford hatte bereits vor zwei Wochen angekündigt, daß er seinen Rationalisierungskurs verschärfen wolle, um aus der Krise zu kommen. Dazu sollen bis Ende September neue Maßnahmen bekanntgegeben werden. Das Unternehmen hatte schon im Januar angekündigt, innerhalb der nächsten sechs Jahre in Nordamerika 25000 bis 30000 Arbeitsplätze abbauen und 14 Werke schließen zu wollen.

Ford leidet wie auch GM unter sinkenden Marktanteilen auf dem Heimatmarkt und der Konkurrenz vor allem durch asiatische Hersteller. So hatte der japanische Autobauer Toyota im Juli Ford erstmals in einem Monat bei den Absatzzahlen überflügelt. Dies ist nach Ansicht von Analysten auch den hohen Benzinpreisen geschuldet, die – ungewöhnlich für den US-Automarkt – den Spritverbrauch zu einem wichtigen Kaufkriterium haben werden lassen. Da haben japanische, aber auch euro­päische Hersteller deutliche Vorteile gegenüber den US-Marken. So verzeichnete Ford im Juli ein Absatzminus von 35,2 Prozent gegenüber dem Vormonat, bei den in den USA oft als PKW genutzten Leichtlastwagen sogar von 44,8 Prozent. Toyota legte dagegen um 11,7 Prozent zu, Honda verzeichnete sechs Prozent Wachstum und Volkswagen fünf. Insgesamt sank die Zahl der verkauften Autos im Juli in den USA um 17,4 Prozent auf 1,49 Millionen.

(AP/AFP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 04.08.2006, Seite 9, Kapital & Arbeit

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