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Aus: Ausgabe vom 02.08.2006, Seite 15 / Inland

Wie immer: Ende August an der Schneekoppe

Antifaschistisches Traditionstreffen im tschechischen Mala Upa im Riesengebirge
Ende August treffen sich Antifaschisten vor allem aus Tschechien und Deutschland, aber auch aus anderen Ländern, traditionell an der Schneekoppe im Riesengebirge. Im tschechischen Mala Upa erinnern sie an die Bewohner des Riesengebirges, die während des Faschismus Fluchthilfe für deutsche Widerstandskämpfer leisteten. Diese Solidarität, die während des Faschismus Leben rettete, hat ihre Wurzeln bereits in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg. Seit 1922 trafen sich junge Arbeiter und Linke aus Deutschland und Tschechien an der Schneekoppe. Ihre erste Zusammenkunft fand am 3. September 1922 in Mala Upa an der Grenzbaude statt. Bei einer weiteren Manifestation gegen das Massenelend am 5. August 1923 sprach u. a. Fred Oelssner vor 4000 Schlesiern und 2000 Tschechen. Am 15. Mai 1927 demonstrierten auf einer Kundgebung 2500 tschechische und deutsche Teilnehmer, darunter der KPD-Vorsitzende Ernst Thälmann, ihre Solidarität mit der Sowjetunion. Die letzte Zusammenkunft im Riesengebirge wurde 1933 illegal durchgeführt und diente vor allem dazu, deutschen Antifaschisten zur Flucht zu verhelfen.

Zur Erinnerung an diese Kundgebungen wurde 1972 in Mala Upa nahe der Grenzbaude ein Denkmal errichtet, wo seitdem jährlich Traditionstreffen stattfanden. 1994 wurde das Mahnmal geschleift – die antifaschistischen Treffen finden weiterhin im August an der Schneekoppe statt.(jW)

  • Die Teilnahme an der Kundgebung am 26. August ist auch Bestandteil einer einwöchigen Reise in das Riesengebirge des Veranstalters »Touristik und Kontakt International« (tuk). Weitere Informationen unter www.tuk.de, Tel. 030/4233330

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