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Ost-Bond wird 80

Heute wird der Schauspieler Alfred Müller 80 Jahre alt. Zur Zeit macht er Urlaub in Schweden. Ab 20. Oktober spielt er in Dresden Theater: »Eine gute Partie« heißt das Stück. Im Alter von 23 Jahren wurde der Sohn eines Hilfsarbeiters aus Berlin-Wedding von der DEFA abgelehnt, machte eine Ausbildung zum Mechaniker. Drei Jahre später nahm ihn die Schauspielschule »Ernst Busch« in Berlin-Schöneweide. Über das Theater der Bergarbeiter in Senftenberg kam er ans Maxim-Gorki-Theater in Berlin, hatte 1963 als »Ost-Bond« doch noch seinen DEFA-Durchbruch: Im Politthriller »For Eyes Only« spielt er den DDR-Agenten Hansen. In »Mohr und die Raben von London« (1968) war er als Karl Marx zu sehen. Bis 1990 nicht aufgeführt wurde laut Beschluß des 11. Plenums des SED-Zentralkomitees (1965) der Film »Das Kaninchen bin ich«, in dem Müller den korrupten Dichter Paul Deister spielt. Die Abiturientin Maria darf nicht studieren, weil ihr Bruder Dieter wegen »staatsgefährdender Hetze« im Knast sitzt. Sie arbeitet als Kellnerin, verliebt sich nichtsahnend in Deister, der Dieter hinter Gitter geschickt hat. Wegen dieses Films wurden zensierte Filme in der DDR mitunter »Kaninchenfilme« genannt. Nach 1989 tauchte Müller manchmal im »Tatort« oder »Polizeiruf« auf. Nebenbei machte er immer mal wieder Bühnenprogramme mit Gisela May.

(ddp/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 04.07.2006, Seite 12, Feuilleton

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