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Kickstart

Iran – die neue Coolness

Vor dem Spiel Iran – Mexiko war Bayerns Innenminister Günther Beckstein in Nürnberg demonstrieren. Als wäre er Salman Rushdie, hüllte er sich in einen Pulk martialischer Men-in-Black-Bodyguards und verdammte den Gratisgegner Mahmud Ahmadinedschad. Wenn eine Regierung den Holocaust leugnet und Israel vernichten möchte, ist sie abzulehnen – Kunststück. Für Beckstein war der iranische Präsident nicht »willkommen«, aber der war auch gar nicht da. Beckstein mußte die Atomwaffen stecken lassen. Anwesend sind die iranische Nationalmannschaft und iranische Fans. RTL zeigte eine 20jährige Iranerin in Berlin, voll auf Fußball. Im Iran dürfen Frauen doch nicht ins Stadion? »Mir doch egal, ich wohne da nicht.« Für den Sender kommentierte Pierre Littbarski das Spiel mit, weil er »immer noch asiatisch beeinflußt« sei. Der Weltmeister von 1990 und Vizeweltmeister von 1982 und 1986 mußte die Kräfte des alten Ali Daei schwinden sehen und verlor seine 2:1-Sieg-Wette. Aber jedes Tor und jedes Abseits sah er zehn Sekunden vorher. Das schafft Beckstein nicht.

(jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 13.06.2006, Seite 15, Sport

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