Zum Inhalt der Seite

Zensur, Zensur

Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien hat dem Berliner Verlag Assoziation A mitgeteilt, daß das Bundesfamilienministerium einen Indizierungsantrag gegen das 2002 erschienene Buch »Autonome in Bewegung« gestellt hat. Das Ministerium beanstandet an diesem historischen Abriß autonomer Politikansätze in Berlin seit 1980 (Hausbesetzungen, Kampf gegen die Startbahn-West, Aktionen zum IWF-Gipfel 1988, Anti-AKW Kampagnen etc.) vor allem Aussagen autonomer Zeitgenossen, die als Zitate gekennzeichnet sind. Weil »eine Indizierung des Buches einer politischen Zensur gleichkäme«, die Begründungen in der Folge auf eine Vielzahl anderer Medien anwendbar wären, ruft der Verlag auf, diesen Zensurversuch zu verurteilen. (jW)

www.assoziation-a.de
→ Sie können uns auch mit einer Spende unterstützen
Erschienen in der Ausgabe vom 23.05.2006, Seite 13, Feuilleton

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!

                                                                                                                                                                Heute liegt der jungen Welt das achtseitige Extra »kinder« kostenlos bei. Die Ausgabe erhalten Sie im gut sortierten Pressehandel für 2,50 Euro.