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Aus: Ausgabe vom 22.03.2006, Seite 14 / Feuilleton

Elektroschrott zum Recyclinghof

Die Schrotthaufen der Informationsgesellschaft wachsen immer schneller. 1,1 Millionen Tonnen Altgeräte werden in Deutschland jährlich ausrangiert – Computer, Drucker, Monitore und Handys, aber auch Fernseher, Mixer, Toaster, Staubsauger, Waschmaschinen und Kühlgeräte. Um des Problems Herr zu werden, wird ab 24. März bundesweit ein neues Rücknahmesystem eingeführt. Dann sind nach dem neuen Elektrogerätegesetz alle Verbraucher verpflichtet, ihre Altgeräte bei kommunalen Sammelstellen abzuliefern. Die Hersteller müssen die Altgeräte dort abholen und zum Großteil wiederverwerten. Die Bringschuld gilt nur dann nicht, wenn etwa ein Händler beim Kauf einer neuen Kühltruhe die alte zurücknimmt oder die Gemeinde freiwillig einen Abholservice organisiert. Immerhin entfallen die bisher vielerorts üblichen Gebühren beim Abliefern eines Videorekorders oder eines CD-Brenners.

Auf Verbraucher wartet auf kommunalen Recyclinghöfen künftig ein komplexes System von Sammelbehältern. Haushaltsgroßgeräte wie Waschmaschinen sollen getrennt von Kältegeräten wie Kühlschränken oder -truhen entgegengenommen werden, IT-Geräte und Monitore getrennt von Unterhaltungselektronik einschließlich Hifi-Anlagen und Fernsehern. Für Neonleuchten und Energiesparbirnen soll es ebenfalls einen Extrabehälter geben. Der ganze Rest – vom Haushaltskleingerät und Gartengerät über Spielzeuge und Sportgeräte bis hin zu Medizingeräten – fällt in eine fünfte Kategorie.

Für das neue Rücknahmesystem setzen Kommunen und Hersteller erhebliche Kosten an, die über den Umweg höherer Preise auf die Verbraucher zukommen könnten. So wird geschätzt, daß die Entsorgung einer Waschmaschine acht Euro kostet, die eines Fernsehers zehn und eines Kühlschranks 15 Euro. Andererseits heißt es, für eine Waschmaschine seien beim Schrotthändler vier bis fünf Euro zu erzielen, weil die Stahlpreise derzeit so hoch sind. Letztlich will die Industrie keine Prognose abgeben, ob Preis- oder Gebührensteigerungen ins Haus stehen. (AP/jW)


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