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Verwechslerin

In der SPD macht sich Skepsis breit angesichts des neuen Ausstellungsprojekts der Vertriebenen-Präsidentin Erika Steinbach. »Wir müssen damit auch außenpolitisch bestehen können«, erklärte die kulturpolitische Sprecherin der Fraktion, Monika Griefahn, am Freitag. Steinbach will Dokumente von 13 europäischen Vertreibungsbeispielen im Berliner Kronprinzenpalais präsentieren. Aufgenommen werden sollen u. a. das Massaker an den Armeniern 1915, die Zwangsumsiedlungen und Vertreibungen der Polen, Balten und Ukrainer im Zweiten Weltkrieg, die Vertreibungen der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg sowie der Krieg in Bosnien und Herzegowina. »Das finde ich ein Problem«, sagte Griefahn bezüglich der Einbeziehung des Massakers an den Armeniern. Steinbach war in der Vergangenheit mehrfach vorgeworfen worden, sie könne Vertreibungen und Völkermord nicht voneinander unterscheiden. (AFP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 04.02.2006, Seite 12, Feuilleton

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