Lagarde: Krieg im Iran wird Inflation nach oben treiben
Washington. Kurz vor dem nächsten Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank warnt Präsidentin Christine Lagarde vor Inflationsgefahren wegen des Nahost-Kriegs, berichtete dpa am Freitag. »Er wird sich kurzfristig durch höhere Energiepreise erheblich auf die Inflation auswirken«, sagte Lagarde beim Internationalen Währungsfonds (IWF) in Washington. Die mittelfristigen Folgen hingen von der Intensität und Dauer des Konflikts ab.
Zugleich trübe der Iran-Krieg die Konjunkturaussichten, wie Lagarde betonte: »Die Risiken für die Wachstumsaussichten sind vor allem kurzfristig eher nach unten gerichtet.« Der Krieg im Nahen Osten verschärfe die Unsicherheit. »Wir beobachten die Lage aufmerksam«, sagte Lagarde. Die EZB, die am 30. April wieder über die Leitzinsen entscheidet, lege sich nicht im Voraus auf einen bestimmten Zinspfad fest.
Der Ölpreisschock mit dem Iran-Krieg hat die Inflation in der Eurozone deutlich nach oben getrieben. Im März legten die Verbraucherpreise im Jahresvergleich um 2,6 Prozent zu, wie das Statistikamt Eurostat jüngst mitteilte. Damit ist die Teuerung im Währungsraum so stark wie seit Juli 2024 nicht mehr und das Inflationsziel der EZB auf kurze Sicht deutlich überschritten: Sie strebt mittelfristig eine Inflationsrate von zwei Prozent an. Noch im Februar hatte die Teuerung bei 1,9 Prozent gelegen. (dpa/jW)
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