Konzernlobby lehnt »Entlastungsprämie« ab
Berlin. Die von der Bundesregierung geplante Steuerfreiheit für Prämien bis zu 1.000 Euro für Beschäftigte stößt bei Konzernvertretern auf wenig Gegenliebe. Der Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Steffen Kampeter, sagte Bild am Dienstag: »Die Unternehmen können sich das einfach nicht mehr leisten.« Er verwies auf die anhaltend schwierige wirtschaftliche Lage. Die Wirtschaft komme seit 2019 nicht voran. Kampeter forderte gezielte Entlastungsmaßnahmen statt »zusätzliche Belastung bei den Arbeitskosten.«
Als Entlastungsmaßnahme wegen gestiegener Energiepreise hatte die Koalition angekündigt, dass es steuerfrei sein solle, wenn Firmen Beschäftigten eine Prämie bis zu 1.000 Euro zahlen. Der Chef der CSU im Bundestag, Alexander Hoffmann, betonte, es gehe nicht darum, Unternehmer flächendeckend zu verpflichten oder ihnen Verantwortung für Entlastungen zuzuschieben. Der Vorschlag solle Betrieben etwa in gut laufenden Branchen eine Möglichkeit eröffnen, Mitarbeitern angesichts hoher Spritpreise etwas zurückzugeben.
Auch der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, Jörg Dittrich, stellte infrage, ob viele Betriebe sich die Prämie angesichts der mauen Wirtschaftslage überhaupt würden leisten können. (dpa/jW)
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