Hapag-Lloyd: Müssen Zusatzkosten des Iran-Kriegs »weitergeben«
Berlin. Die Container-Reedereien erhöhen wegen des Iran-Kriegs ihre Frachtgebühren. »Kriege und Krisen sind teuer für Reedereien«, sagte Nils Haupt, Sprecher der deutschen Großreederei Hapag-Lloyd, am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. »Wir können und müssen die Kosten weitergeben«, so Haupt. Die zusätzlichen Belastungen in Höhe von voraussichtlich drei Milliarden Dollar pro Jahr könne keine Reederei allein abfedern. Die Preiserhöhungen würden auch die Verbraucher zu spüren bekommen. Allein der Anstieg der Treibstoffpreise belaste Hapag-Lloyd mit 40 Millionen Dollar pro Woche, erläuterte Haupt. Hinzu kämen Gebühren für Container, die in verschiedenen Häfen zwischengelagert werden müssten, sowie erhöhte Versicherungsprämien. Derzeit koste die Police für ein Schiff teilweise pro Woche so viel wie sonst für ein gesamtes Jahr. Seit dem Angriff der USA und Israels auf den Iran vor etwa fünf Wochen ist die Straße von Hormus für Schiffe praktisch unpassierbar. Die Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Arabischen Meer ist eine der weltweit wichtigsten Schifffahrtsrouten. Üblicherweise wird ein Fünftel der weltweiten Ölexporte darüber abgewickelt. Aktuell liegt das Verkehrsaufkommen bei weniger als zehn Prozent des üblichen Niveaus.
Am Mittwoch hatten die Kriegsparteien eine zweiwöchige Waffenruhe vereinbart. Dies weckte zunächst Hoffnungen auf eine Normalisierung des Schiffsverkehrs in der Region. Anhaltende Angriffe Israels auf den Libanon schüren jedoch Sorgen über ein Wiederaufflammen der Kämpfe. Zudem forderten die iranischen Revolutionsgarden Schiffe auf, bei der Durchquerung der Straße von Hormus eine Route durch iranische Hoheitsgewässer zu wählen. In den üblichen Fahrrinnen müsse mit Seeminen gerechnet werden. Aktuell hängen sechs Frachter von Hapag-Lloyd im Persischen Golf fest. Konzernchef Rolf Habben Jansen widersprach bei einer Telefonkonferenz am Mittwoch Berichten, denen zufolge diese Schiffe die Straße von Hormus passiert hätten. (Reuters/jW)
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