Fed-Chef Powell: Warten bei Zinspolitik erst einmal ab
Cambridge. US-Notenbankchef Jerome Powell hat trotz des Iran-Kriegs eine abwartende Haltung in der Geldpolitik signalisiert. Die Fed sei entschlossen, die Inflation nachhaltig auf ihr Ziel von zwei Prozent zurückzuführen, sagte der Chef der Federal Reserve (Fed) am Montag an der Harvard-Universität. Die Geldpolitik sei an einem guten Punkt, um abzuwarten und zu beobachten, wie sich die aktuelle Lage entwickle. Die längerfristigen Inflationserwartungen schienen trotz des aktuellen Energieschocks stabil zu sein, und die Zentralbank müsse noch keine Entscheidung über ihr weiteres Vorgehen angesichts der jüngsten Turbulenzen treffen.
»Die Inflationserwartungen scheinen über den kurzfristigen Zeitraum hinaus gut verankert zu sein«, sagte Powell. Was den mit dem Iran-Krieg verbundenen Energieschock angehe, so wisse man zwar noch nicht, welche wirtschaftlichen Auswirkungen dies haben werde, werde aber die Entwicklung des Preisdrucks nach der langen Zeit über dem Zwei-Prozent-Ziel genau beobachten.
Die Fed hatte den Leitzins vor knapp zwei Wochen unverändert in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent gelassen. In ihrem Zinsausblick hielten die Währungshüter zugleich an der bereits im Dezember signalisierten Option fest, im Laufe des Jahres die Zinsen um einen Viertelpunkt zu senken.
US-Notenbankdirektor Stephen Miran erklärte gegenüber CNBC, er sei weiter der Ansicht, die Fed solle die Zinsen im Laufe dieses Jahres um etwa einen Prozentpunkt senken, um den sich abschwächenden Arbeitsmarkt zu stützen. Diese Ansicht weicht vom allgemeinen Konsens ab, insbesondere da der Beginn des Irankrieges eine Flut von Marktspekulationen auf eine Zinserhöhung der Fed auslöste. (Reuters/jW)
links & bündig gegen rechte Bünde
Jetzt den kostenlosen jW-Newsletter abonnieren – täglich das Beste aus der Tageszeitung junge Welt, direkt in Ihr Postfach. Ihre E-Mail-Adresse wird natürlich niemals an Dritte weitergegeben.
Mehr aus: Kapital & Arbeit
-
Fate fällt Kettensäge zum Opfer
vom 31.03.2026 -
Österreicher treten auf die Bremse
vom 31.03.2026
