Mangel an Tankern: Irak fährt Ölproduktion zurück
Bagdad. Der Irak hat die Produktion auf einem seiner größten Ölfelder am Dienstag zurückgefahren. Grund ist die effektive Sperrung der Straße von Hormus: Diese Sperrung sorge für einen Mangel an Tankern in den Häfen im Süden des Irak – die Lagerbestände dort hätten bereits ein »kritisches Niveau« erreicht, hieß es in einer Mitteilung aus dem irakischen Ölministerium. Der Geschäftsführer des Ölfelds Rumaila habe daher den Stopp der Förderung im südlichen Teil des Ölfelds ab Dienstagnachmittag angeordnet. Aus dem Ölministerium verlautete, der Irak werde das eigentlich für den Export bestimmte Öl nun selbst verarbeiten. Das Feld Rumaila liefert fast ein Drittel der irakischen Ölproduktion.
Ägypten versicherte am Dienstag, es könne in Saudi-Arabien gefördertes Öl über das Rote Meer importieren – das Land sei nicht auf die Straße von Hormus angewiesen. Ölminister Karim Badawi sagte vor Journalisten in Kairo, Ägypten führe saudiarabisches Öl über den saudiarabischen Hafen Janbu aus und transportiere es dann weiter über die Pipeline Sumed (Suez Mediterranean Pipeline). Diese leitet – innerhalb Ägyptens – Rohöl vom Roten Meer zum Mittelmeer.
Die iranischen Revolutionsgarden hatten am Samstag nach dem Beginn der US-israelischen Angriffe auf den Iran die Sperrung der Straße von Hormus verkündet, die als Nadelöhr für den globalen Container- und Tankerverkehr gilt. Am Montag drohte ein General der Revolutionsgarden damit, »jedes Schiff zu verbrennen«, das die Meerenge passieren wolle. Zuvor waren dort bereits mehrere Schiffe von Geschossen getroffen worden.
2024 passierten im Schnitt täglich etwa 20 Millionen Barrel Rohöl die Straße von Hormus – fast 20 Prozent des weltweiten Verbrauchs. Auch etwa ein Fünftel des weltweiten Handels mit verflüssigtem Erdgas (LNG) verläuft durch die Meerenge. (AFP/jW)
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